Montag, 23. Mai 2016

Migrare

ortstermin 2016

Kunstfestival in Moabit

03. - 05. Juni 2016

Ein Projekt des Kunstvereins Berlin-Tiergarten

In jedem Jahr öffnet Moabit seine künstlerischen Tore für die Welt. 200 Künstlerinnen und Künstler stellen in diesem Jahr durch offene Ateliers, Ausstellungen, Veranstaltungen und Performances ihre Ideen und Arbeiten vor, 120 davon zum Thema "Flucht und Identität". Welcher Ort wäre für dieses Thema besser geeignet als Moabit, das durch Flüchtlinge gegründet und dessen Gesicht bis heute von Zuwanderern geprägt wurde?

Dies ist eine gute Gelegenheit für mich, die von mir bis dato angefertigten Arbeiten zu diesem Thema in einer Ausstellung zusammen zu bringen. Ein Schwerpunkt der gezeigten Arbeiten ist die Sprache, die sich hier schwarz-weiß ausdrückt. Dies allerdings nur optisch. Alle Exponate haben einen Bezug zu Berlin-Moabit oder Berlin-Mitte.


Denise Weeke - Maulbeerbaum

Migrare 

die gezeigten Werke:

Skin Colour Identity (Acrylmalerei)
Schwarz und Weiß (Acrylmalerei)
Auf dem Meer (Ölmalerei)
Trauma (Aqarellstiftmalerei)
Berliner Pflanze: Maulbeerbaum
Berliner Pflanze: Roßkastanie
Berliner Pflanze: Ginkgobaum
Moabit (Collage)
Fremdling (Lyrik)
Die Welt verändern (Lyrik)
Wildgänse ziehen (Lyrik)
Once upon a time (Lyrik)



Samstag 04. Juni und Sonntag 05. Juni 2006 von 14.00 h - 19.00 h
Im Internationalen Dodoverein, Huttenstraße 30, 10553 Berlin


Danksagung
Meine Dankbarkeit gilt allen Menschen, die sich mit mir über das Thema auseinandergesetzt oder in anderer Form zum Gelingen der Arbeiten und der Ausstellung beigetragen haben. Meine Dankbarkeit gilt dem Kunstverein Tiergarten sowie dem Internationalen Dodoverein, ohne die die Umsetzung dieser Ausstellung in dieser Form nicht möglich gewesen wäre.

Informationen zum Kunstverein Tiergarten finden Sie auf der Webseite kunstverein-tiergarten.

Mittwoch, 29. April 2015

Lyrik-Ausstellung in der Hansa-Bibliothek Berlin

Fremdling

Unter dem Motto "Es gibt keine Fremdlinge" präsentiere ich zur Zeit das Gedicht Fremdling in der Berliner Hansa-Bibliothek. Die Bibliothek unterstützt das Projekt mit internationaler Lyrik für Groß und Klein aus den eigenen Beständen.

Das Gedicht ist in zwölf Sprachen ausgestellt. Es geht der Frage nach, wie die Erde als Mutter aller Menschen darüber empfindet, dass Menschen mehr in Krieg und Feindschaft als in Freundschaft und Wohlwollen miteinander leben. Und wie empfindet der Mensch, der seine Heimat verlassen musste und wegen seiner Sprache als "der Andere" abgestempelt wurde? 
 
Sprache ist oft ein trennender Faktor zwischen Einheimischen und Einwanderern. Ich möchte darauf aufmerksam machen wie viel Poesie in den unterschiedlichen Sprachen und Schriftbildern steckt. Alle Sprachen zusammen sind das gemeinsame Erbe der Menschheit. Auch das Phänomen "Wanderschaft" gehört zum Erbe der Menschheit, denn sie gehörte immer schon zum Menschsein dazu. Wanderschaften prägten die Entwicklung von Sprache und die Entstehung von Schrift entscheidend mit.
 
Die unterschiedlichsten Menschen haben sich an diesem Projekt beteiligt und ihre ganz persönliche Sprache eingesetzt, um Barrieren zu durchbrechen und ein poetisches Kunstwerk der Vielfalt entstehen zu lassen. Die meisten von ihnen teilen die Erfahrung von Wanderschaft, sei es aus wirtschaftlichen Gründen, Kriegsverbrechen, Flucht, Vertreibung oder ganz anderen Gründen.
 
Gleichzeitig möchte ich auf das Genre "Lyrik" im Allgemeinen aufmerksam machen. Daher lade ich dazu ein sich mit einheimischer Lyrik als auch mit Lyrik aus anderen Ländern und ihrer Vielseitigkeit auseinander zu setzen. Die Hansa-Bibliothek unterstützt das Projekt mit Literatur über die Entstehung von Sprache und Schrift, internationaler Lyrik und Schicksalsromanen.
 
Es ist nicht ganz klar wie lange diese Ausstellung anhalten wird. Möglicher Weise kann das Gedicht bis Ende Mai 2015 angesehen werden.

Die Bibliothek befindet sich in der Altonaer-Straße 15 in 10557 Berlin (am Hansaplatz).
 
An dieser Stelle zu Ehren:
Dan Lindemann aus Israel ist von uns gegangen. Er hat dieses Projekt  mit Güte und Freundschaft unterstützt.
 

Mitstreiter/Participants:
Alissa El-Rahel (Arabisch)
Thomas Gensheimer: Englisch, Französisch
Pamale Moroni: Italienisch
Rina Klinhoff (Israel): Hebräisch
Nauka Miura/Mana Ushigome: Japanisch
Justina Loos: Polnisch
Evgeny Gershman: Russisch
Chirikure Chirikure (Zimbabwe): Shona
Renata Spanger (Brasilien): Spanisch
Ayten Özkul/ Mehmet Gezgin: Türkisch
 
 

Stranger - Poetry Exhibition at the Hansa Library Berlin

Under the slogan "There are no strangers" I present at the time the poem "Stranger" in Berlin's Hansa Library. The library supports the project with international poetry for adults and children from their own stocks.

The poem is on display in twelve languages. It goes to the question of how the earth as Mother of all men over feels that more people live together in war and hostility as in friendship and Goodwill. And as perceived by the man who had left his home and was labeled as "the Other" because of ist language?

Language is often a divisive factor between natives and immigrants. I want to draw attention to how much poetry is in different languages and typefaces. All languages together are the common heritage of mankind. Even the phenomenon of "wandering" is part of the heritage of mankind, because it has always been part of being human. Peregrinations influenced the development of language and the development of writing decisively.

All kinds of people have participated in this project and used their own personal language to break through barriers and to give rise to a poetic art of diversity. Most of them share the experience of wandering, be it for economic reasons, war crimes, flight, explusion or other reasons.

At the same time I want to make to the genre "Poetry" generally attentive. Therefore, I invite to you to deal with indigenous poetry as well as poetry from other countries and their versatility. The Hansa-Library is supporting the project with literature about the origin of language and writing, international poetry and novels fate.It is not clear how long this show will last. Possibly the poem can be viewed until the end of  May 2015.

You find the library in the Altonaer-Street 15 in 10557 Berlin (at  Hansaplace).
 

At this point in honour of: Dan Lindemann of Israel passed away. He has supported this project with kindness and friendship.

 

Freitag, 11. Oktober 2013

Herbstlicht



 heißt meine neue AUSSTELLUNG

Heilandskirche Berlin - Moabit

mit

Landschaften
en gros et en detail
Öl
Acryl
Aquarell
Zeichnung
Linolschnitt



Vernissage am Donnerstag,  
17. Oktober 2013 um 18 Uhr
Ausstellung bis zum 11. November


im
Internationalen Dodoverein e.V.
Kunst- und Kulturtreff
Huttenstr. 30
10553 Berlin

Das Bild "Schwarz und Weiß" wird auch wieder mit dabei sein.


Donnerstag, 8. August 2013

Inge Deutschkron


Nach einem Interview von Radijojo-Reportern und der deutsch-israelischen Journalistin Inge Deutschkron (90) hatte ich Gelegenheit Frau Deutschkron als persönliche Geste das Gedicht Fremdling in deutscher und in hebräischer Fassung zu überreichen. Inge Deutschkron ist Zeitzeugin der Judenverfolgung während des Nationalsozialismus. Ihr Leben beschreibt sie in ihrem Buch Ich trug den gelben Stern. Im Kampf gegen Rassismus engagiert sich Deutschkron insbesondere in der Jugendbildung.
Das Gedicht Fremdling übersetzte Rina Klinhoff in Israel. Die Fäden dorthin wob ein guter Mensch, der nach dem Zweiten Weltkrieg Deutschland verließ, um in Israel eine neue Heimat zu finden. Ein herzliches Dankeschön nach Israel.

Wer sich für das Interview der Radijojo-Jugendreporter interessiert, findet es auf der radijojo-Webseite.

Montag, 21. Januar 2013

Fremdling

Es gibt viele Gründe seine Heimat zu verlassen, um in der Fremde eine Bleibe zu suchen. Nicht immer sind diese Gründe angenehm. Krieg, Folter, Vertreibung, Katastrophen und Elend sind einige der Ursachen, die Menschen in die Heimatlosigkeit zwingen. Sind sie endlich an einem Stückchen Erde angelangt, dass ein neues Zuhause verspricht, stolpern sie meist über die erste große Barriere, die Grenze zwischen dem ICH und DU, die Sprache. Die Sprache verrät, ob jemand in einer bestehenden Gemeinschaft herangewachsen ist oder ob er aus einer anderen, fremden Gemeinschaft stammt. Das Gedicht "Fremdling" möchte diese Barriere durchbrechen und jemanden zu Wort kommen lassen, ohne den es für keinen Menschen eine Heimat gäbe und der keine Fremdlinge kennt - die Mutter Erde. Fremdling ist ein Gedicht für Geschwisterlichkeit unabhängig von Nationalitäten und gegen Diskriminierung des "Andersartigen". In bisher zwölf Sprachen ausgestellt knüpft es ein verbindendes Band über den Erdplaneten und bildet ein Beispiel für internationale Lyrik-Kunst aus Berlin.


Im Folgenden erscheint das Gedicht aus dem Englischen übersetzt ins Shona von dem liebenswerten Dichter Chirikure Chirikure aus Zimbabwe.








Mweni


Nguva dzose kugarotarisira kunyika semuenzi pakati peruzhinji kunoita kuti usurukirwe.
Izvo zvinorwadza rurimi rwangu zvakaumbwa nemumwewo muromo.
Nguva dzose kugaronzwa kuseka kwangu sekwemuenzi pakati pevaenzi kunorwadza.
Icho chakavhiringika mumasaisai epfungwa chinotorwa sehueni
Chichigara chakanzi mweni kuruzhinji rwavanhu, chichipiwa upoteri
Zvichibva zvaita kuti mwoyo wagara uine maronda ushaye pekugara

Naizvozvo, nyika inosvimha misodzi inovava
Sezvo yakazvara vana, kwete vaeni.
Uye iro denga riri kufema makore akasuruvara zvakadzama
Nekuti rakapa nyika hushamwari, kwete ruvengo.
Uye vanhu vanotarisira nguva ine mutsauko
Iyo yavanenge vari vana vamai vamwe, kwete vaeni.

English to Shona translation by Chirikure Chirikure, Zimbabwe, 2012

Sonntag, 4. März 2012

I can never imagine

Migration, Flucht und Vertreibung begleiten die Menschen seit Beginn der Menschheitsgeschichte. Als ich mit Christel Gbaguidi aus Benin über dieses Thema sprach, war er erstaunt, dass auch Deutsche durch Kriege und Vertreibungen entwurzelten. Wenn auch ostdeutsche Vertriebene sich offiziell nicht Migranten nennen, sind doch die Empfindungen beider Gruppierungen oft die gleichen. Wo immer Menschen ihre Heimat unfreiwillig verließen, könnten sie ein Herz für einander spüren unabhängig ihrer Nationalität. In diesem Sinne grüße ich die Danziger und alle Menschen dieser Welt durch ein Poem in memoriam der Heimat meiner Mutter - der Stadt Danzig.

I can never imagine

Once upon a time
there was a house in Danzig-City.
Mother was a girl, young and pretty,
walking with shoeless feet,
playing in the sands
of the sea
and dancing through the street.
Grandpa was taken by war
and the city was murdered with crime.
So her little white hands
became empty
and her eyes died.
She didn't speak anymore,
her voice without any cry.
And a thought turned around
in her lonely head,
that her home she would never forget,
where her table was and her bed.
Now, I can never imagine,
where she had lived in.

(c)Miriam Denise Weeke, Berlin 2011  

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Schwarz-Weiß vererbte Bilder

Bei meiner Arbeit mit jungen Menschen stelle ich immer wieder fest, dass sich traditionelle Rassismen von Generation zu Generation leicht vererben. Mein Gedicht im Projekt ICH und DU macht dezent darauf aufmerksam, dass wir unsere Gedanken, Emotionen und Worte genauer beobachten und prüfen sollten. Denn einiges davon sollte wir einfach auf den Müll werfen und nicht wiederverwerten, weil überholt oder diskriminierend. Wir leben im Zeitalter der Globalisierung und damit auch im Zeitalter der Gleichberechtigung der Völker. Gleichberechtigung ist nichts, was von alleine geschieht. Sie bedarf der Verantwortung jedes einzelnen von uns. Gleichberechtigung müssen wir in uns selber herstellen und Verantwortung für sie übernehmen, Frieden miteinander schließen. Das wiederum tun wir am Besten gemeinsam. Oftmals glauben wir, dass wir nicht rassistisch denken, fühlen, handeln. Doch was uns unsere Eltern, Lehrer und andere Obrigkeiten an Bildern mit auf den Lebensweg gegeben haben, das wurzelt meist tief. Wir müssen den Seelenacker mehrmals pflügen, um den subtilen Nährboden für falsche Wertungen zu entfernen - aus Verantwortung gegenüber unseren Kindern und unserer Erde, die darauf wartet, dass sich Menschen freundschaftlich die Hände reichen.

Afrika – Europa

In meinem Kopf spukt ein altes Bildnis
aus längst vergangenen Kindertagen
von der trockenen afrikanischen Wildnis.
Wir müssen es neu,
wir müssen es anders wagen,
ohne Grenzen, ohne Scheu,
ohne Balken, der die Erde einzäunt
- von Freund zu Freund.
Suchend strecke ich meine Hand aus
und frage: Wer bist du?
Alte Sagen von Löwen und Wüstenmaus
decken dumpf meine Neugierde zu.

Nimm meine Hand!
Sag mir, wie gut das tut,
wenn du mir vertraut, mir bekannt.
Dann spüre ich Freundschaft, Liebe, Glut.
Lass mich aufbegehren
für eine Welt in Frieden,
die nicht nach Rassen unterschieden.
Lass uns die Erde durchqueren
für eine Welt in Freiheit
ohne Grenzen, Schlagbaum, Sperren,
ohne Knechte, ohne Herren.
Lasst uns das Brot vermehren
für eine Welt in Gleichheit,
in der es keine Armen, keine Reichen gibt,
sondern einer den anderen liebt. 

Menschlichkeit hat einen Preis,
einen guten noch dazu.
Weiß ist nicht immer nur Weiß
und Schwarz hat viele Nuancen.
Ich male ein neues Afrika,
eines mit fairen Chancen
und ein anderes Europa,
ein anderes ICH und DU.
Das Nord-Süd-Gefälle
bekommt eine andere Steigung
eine Brücke über die Meereswelle,
an beiden Enden dieselbe Neigung.

Male du, Afrika,
den Sand mit Träumen an –
von einer Welt, die Freiheit schenkt.
Damit ein jeder sehen kann,
wohin die Welt sich lenkt.
Und du, Europa,
reibe dir die Augen!
Siehe, dass alte Bilder nichts taugen.
Eine Welt in Vielfalt heißt meine Vision,
mit einem neuen Rhythmus,
Schwarz-Weiß, Bunt und Ton in Ton.
Es fehlt nur DEIN Entschluss.

Miriam Denise Weeke, Berlin 2010-11

Poesie ist für mich, wenn zwei Kulturen unterschiedlicher Sprache einen gemeinsamen Rhythmus finden.